Denkmal

Fridolin hatte echte Ambitionen, das Maskottchen von Semmerin zu werden. Oft sah man ihn bei seinen Rundgängen durchs Dorf schreiten. Weil er nun schon längere Zeit vermisst wird, hoffen wir sehr, dass er nicht in den ewigen Gockeljagdgründen rumstolziert, sondern nur zeitweilig seine Koffer gepackt hat und gerade auf einer karibischen Insel am Strand liegt.

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Der Mann und das Gehölz

Schon eine Weile und nicht erst seit wir diesen wasserführenden, gemütlich knisternden Kamin haben, treibt den Liebsten stets die Frage um, wie man das wärmende Feuer möglichst lang am Leben erhalten kann. Schließlich wollen alle Wollsocken- und sonstigen Fellträger in diesem Haushalt im nächsten Winter nicht frieren und das allabendliche Lagerfeuer möchte auch nicht nur vor sich hin kokeln (oder nur mit  Walnusschale gefüttert werden). Dem Beispiel des Bibers am nahen Meynbach folgend liegt es nah, sich Vorräte anzulegen. IMG_0619Das ist aber nun eine diffizile und mit Leidenschaft zu betreibende Wissenschaft für sich, zumindest wenn man diesem Buch glauben darf und wenn man dem Liebsten so zuschaut beim fleißigen Hacken, Wuchten und Spalten von Brennmaterial. Da fliegen nur so die Späne und heraus kommen dann formschöne Scheite, die dann erst einmal zu schichten sind. Gerade das ist eine Kunst, einfach so hinschmeißen is nich und meine bevorzugte Schichtweise (platzsparend, abstaubfähig, das sieht doch sonst nicht aus) taugt offenbar nicht. Schichten soll man so, spricht der Mann, dass die Maus da durchrennen kann. Damit die Scheite so fix as possible trocknen und es später lustig knistert und nicht nur raucht. IMG_1564Mäuse habe ich da noch keine durchrennen sehen, obwohl hier ja nun wirklich kein Nagermangel herrscht, aber vielleicht ist das nur die Ehrfurcht vor den sieben Stapeln rund um die und zig weiteren in der Scheune.

Die Besucher

Gegen gefräßiges Gemäus haben wir ja nun vorschriftsmäßig eine Katze installiert und gegen blutrünstige Stechmücken eine Menge Fliegengitter angebracht. Als ob das ir-gend-ein Getier davon abhalten könnte, uns anzunagen oder einzubrechen! Von der Schneckenapokalypse, die schon versucht hat, Sluggos Futternapf zu erobern, spreche ich schon gar nicht mehr. Aber da sind noch eine Menge anderer Besucher.

Seit ein paar Wochen lauschen wir abends einem quietschenden Geräusch aus den Bäumen. Es hörte sich zuerst an wie eine schlecht geölte Scheunentür, aber was soll schließlich die Tür da oben, ist ja sinnlos. Wie der Liebste nun herausgefunden hat, handelt es sich um ein Paar schüchterne, aber äußerst entzückende Waldohreulen:  MED_0004-1_v1_1Und dann war da noch der kleine Spatz, der sich in unseren Kamin verirrt hatte. Weiß der Himmel, wie er da überhaupt reingeraten ist. Vermutlich hat er sich verflattert, ist durch den Kaminschacht nach unten geplumpst und hat dann vor lauter Ruß den Ausgang nicht mehr gefunden. Wir haben ihn noch rechtzeitig aus dem Kamin gepflückt und unverletzt ins Freie lassen können. Vor lauter Schreck habe ich glatt vergessen, ein Foto zu machen, aber das war ganz klar … ein Dreckspatz.

Nur Stunden später: eine kleine Fledermaus klebt unbekümmert an der Wand.

FledermausnAuch sie wurde äußerst heldenhaft vom Liebsten, höflich nach draußen komplimemtiert. Ich wäre vermutlich schreiend übern Dorfanger geflüchtet und hätte ihr das Haus überlassen.

Ein Igel war dann neulich auch noch da. Ertappt beim Schmatzen, vermutlich hat er sich ein Schneckchen zum Abendessen gegönnt. Immerhin hat er im Taschenlampenkegel hübsch stillgehalten:

IgelchenNur am Rande sei erwähnt, dass auch in Stadtgebieten einiges los ist. Eine wütende Hornisse konnte es mal wieder nicht lassen. Nach einer wilden Hatz durfte sie wieder raus. Hornisse

Update

Ganz sicher bin ich nicht, wo die letzten 7 Monate abgeblieben sind. Vermutlich  irgendwo zwischen Umzugskisten, Möbelbau, Holz besorgen und gefühlten elfundneunzig anderen Aktivitäten.

Eine kleine Auswahl..

Die Zeiten, zu denen wir in Decken eingemummelt, mit Wärmflaschen an beiden Füßen und ,ot Wollmütze am Lagerfeuer lümmeln, sind vorbei. Wir können indoor weiterlümmeln, weil ein himmlischer Kamin ins Esszimmer gezogen ist und dort tut, wofür er vor  Urzeiten erfunden wurde: er macht heiß.

KaminIn Potsdam hat eine Mädels-WG eröffnet. Eine der beiden hat dort sofort Zepter, Krone und Hermelinmantel übernommen. Schwer zu erraten, wer von beiden…

Spitfire erobert PotsdamSeitdem kann die offizielle Mausbeauftragte zwischendurch auch mal tiefenentspannt die Beine ausstrecken.

Sluggo tiefenentspanntIn Kürze (nee wirklich jetzt): weniger Katzencontent, mehr Fortschritt und Geschichten über “Der Mann und das Holz”.

Endesendepause

Kaum zu fassen, wie schnell 3 Monate vorbeigehen können. Sei es drum: g-2-n.de geht wieder auf Sendung.

Ende August war es soweit. Nach Wochen der Planung und Vorbereitung (daneben und zwischendurch den Garten befrickeln und ein bis zwölf Schalen Putz an die Wand werfen) stand die Einweihungsparty an: Unser Sommerfest unter der Bahnhofsuhr. Draußen natürlich – schließlich war es ja auch Sommer.

Vor unserem geistigen Auge: ein lauer Sommernachmittag, erst ein bisschen Kaffee und Kuchen, abends Grillenzirpen, sanft wimpelnde Lampions in den Bäumen, am Lagerfeuer hocken, derweil auf dem Grill köstliche Steaks und Würste brutzeln, wir lernen uns kennen, feine Musik schwappt aus der Anlage, Freunde umarmen, schnacken und zwischendurch ein Salätchen vom Büffett und …ja, Einweihungsparty halt.

Ich mach es kurz: mit nur minimalen Abweichungen war es so. Danke an alle, die mit uns gefeiert und dafür nahe, weite und glitschige Wege auf sich genommen haben. Die sich tapfer den monsunartigen Regenfällen entgegengestemmt, Riesenpfützen übersprungen, Seen aufgewischt, Malerplanen übers Büffett geworfen und durch die Sintflut Kuchen, Salate und wundervolle Geschenke balanciert haben. Dank Euch allen für euren Humor und für ein ganz besonderes Fest und danke Semmerin für die sanfte Landung.

Einweihung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

P.S.: Wir haben noch etwa 6 Schirme übrig….

Katzencontent

Mäuse, nehmt euch in Acht, zieht euch warm an oder besser gleich woanders hin. We proudly present unsere neuen schnurrenden Mitbewohnerinnen.

Spitfire ist etwa 2 Jahre alt, verfressen, verschmust und ziemlich frech, vor allem wenn sie glaubt, dass niemand hinguckt. Und was das Schlafbedürfnis anbetrifft, schlägt sie mich um Längen. Vorläufig hat sie recht wenig Interesse an der Mäusejagd. Spitfire
Sluggo ist etwa 1 Jahr alt, höchst unternehmungslustig, ebenso verfressen wie Spitfire, aber noch verspielt und etwas schüchtern. Sluggo

Der Zeit hinterher

Auf Sommerzeit ist umgestellt und womit begrüßt uns am Sonntag die Kerze? Geflügelte Jahresendfigur? Zu Ostern? Da hat wohl wer den Schuß nicht gehört.

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Da erscheint der hinterm Nebengelass, direkt neben dem Kompost blühende Winterling doch deutlich zeitgemäßer.

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