HighTech-Wochenende

Perfekt getarnt hat die neue Technik für Semmerin die Nacht auf dem Parkplatz im “Szenebezirk” (Hey! Parkplatz im Szenebezirk!) überstanden, ohne von autoscheibeneinwerfenden Banditen davongetragen zu werden.

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Und gerade mal 48 Stunden später war das vorläufige Internet-Cockpit halbwegs installiert.

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Endlich ein vernünftiger Server und ein Arbeitsplatz, an dem man wirklich arbeiten kann, anstelle des Windows-Notebooks. Das war als Notbehelf zwar wirklich willkommen, aber einen vernünftigen Debian-Arbeitsplatz kann das einfach nicht ersetzen.

Wir wandern abwärts auf der Hightech-Skala zum Montag. Immernoch “Tech”, nur nicht mehr ganz so “high”: Unsere Waschmaschine ist angekommen und landet direkt in der Waschküche im Nebengelass.

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Die Jungs waren derart schnell, daß ich nicht einmal eine Chance hatte, das schon bereit gehaltene Portemonnaie zu zücken, um ihnen für den perfekten Service ein ordentliches Trinkgeld in die Hand zu drücken. Ist man das “hier inne Pampa” nicht gewohnt?

Jedenfalls, die mittlerweile offenbar netzbekannten Transportsicherungen des Herstellers…

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… der Sieg war mein. Allerdings mit längerer Pause zwischen Nummer 2 und 3 und rohen Kräften, die da gewaltet haben, ach, neee, schweigen wir besser.

Immerhin, das Ergebnis scheint doch zumindest nach dem ersten Anschalten ganz zufriedenstellend.

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Noch einen deutlichen Schritt weiter runter auf der Hightech-Leiter gibt es doch auch noch andere Fortschritte. Die vor einer Woche rausgeklopften Putzflächen wollten doch wieder eingeebnet werden, dieses Mal mit richtiger Bewehrung, damit das hoffentlich nach dem Abtrocknen nicht direkt wieder bröckelt. Wir werden sehen…

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Das war übrigens dieses Loch.

Intensive Pflege

Es wird ernst. Der lokale Baumarkt führt einen Industriesauger, der alles wegröchelt, was nicht bei 3 auf dem Baum ist. Wir können nicht widerstehen und haben das Teil gekauft und gleich einmal mit der Putzfräse gekoppelt. Im Durchgangsflur können wir erst einmal üben, wie man diesen grauslichen Klatschputz entfernt. Wie  Flur 1kommt man bloß auf solche Dekoideen?

Leider lassen sich Putzfräse und Sauger ersteinmal nicht problemlos ineinanderstöpseln, so dass das Experiment zu Fuß mit Hammer, Meißel und purer Muskelkraft fortgesetzt wird. Am Ende liegt der gewünschte Haufen Putz in der Mörtelwanne. Es staubt entsetzlich. Und die Heizung wackelt, aber da muss sie nunmal durch.

 

Die Kühlung der Lebensmittel kommt in Gang. Wir brauchen schließlich anständige Eiswürfel und nachdem uns der Frühling letzte Woche spontan überfallen hat, soll der Öko-Kühlschrank Verstärkung bekommen.

Kühlschrank

Am Abend gibt es die ersten selbstgemixten Cocktails, dazu scharfen Fleischtopf Marke spontaner Eigenbau aus dem neuen Wok. Wie von der Wettervorhersage angekündigt, schneit es Cats and Dogs.

Kosmetik

Ein Haus bewohnbar zu machen, ähnelt doch manchmal wirklich einer Kosmetikbehandlung:

Rubbelige Wände glatt machen (Peeling)
Hundehaare und Spinnweben verscheuchen (Waxing)
Putz von der Wand hauen (Faltenbehandlung)
Lampen installieren (Lichttherapie)
Backofen schrubben (Hot Stone Massage)
Dunstabzugshaube schrubben (Fettabsaugen)
Heizkörper wieder weiß machen (Zähneputzen?)
Zuverlässig faucht sich der neue Dampfsauger durch alle Anwendungen…..

Das Großprojekt dieses Wochenendes: einmal mit dem Kopf durch die Wand.

Küche 1

Küche 2Küche 3Küche 4Küche 5

Das 2. Wochenende

Fortsetzung der Putzorgie..Heizkörper entstaubt, Backofen ausgekratzt, Regale von der Wand gepflückt, kiloweise Paneele abgerissen (und gehofft, dass der Rest dahinter stehen bleibt). Und weil wir auch nicht verhungern wollen: einen Öko-Kühlschrank im Wintergarten installiert. Kostet keinen Strom, ist ja kalt genug.

Im Arbeitszimmer Spanplatten angehoben, dabei ein Loblied auf den Erfinder des Akku-Schraubers gesungen. Dem ersten Wunder begegnet: Unter den gammligen Spanbrettern ist ein alter Holzboden mit genügend Holz zum Schleifen und offensichtlich historisch. Boden rausreißen

Ansonsten: gefühlte 300 Schlüssel sortiert, im EG die Zimmer provisorisch erleuchtet. Neugierig wie wir sind mussten wir ein geheimnissvolles vernageltes Eck im Hundezimmer (ja, das hat jetzt seinen Namen weg) abbauen. Dahinter fanden wir aber nur ein unspektakuläres Fallrohr und die Hinterlassenschaften einiger pelziger Bewohner. Der Plan, hier Mäusejäger zu installieren, wird immer realer.

1. Abendessen

Uns erreichen einmal quer durch die Republik erste unentbehrliche Dinge: vom tiefen Westen aus in den tiefen Osten bringen meine Eltern eine Profi-Ausstattung für Häuslebauer. Kann es kaum erwarten, all die lärmenden und tobenden Maschinen auszuprobieren. Vom tiefen Nordosten erreicht uns spät abends ein wunderschöner und solider Esstisch von kontinentalen Dimensionen, mindestens so alt wie das Haus. Vermutlich haben die beiden in der ersten Nacht Erfahrungen ausgetauscht.

Völlig erschöpft auf die Matratze auf dem Boden gesunken. Einer von uns murmelt im Schlaf “Putzfräse”. Am nächsten Morgen eine unglaubliche Entdeckung gemacht,  spontan als Wunder Nr. 2 klassifiziert: eine Fußbodenheizung im Bad! Ich musste einen kleinen Freudentanz darauf aufführen, so gut das mit Muskelkater ging. Wer ahnt auch schon solchen Luxus…

Ankommen

Sei gegrüßt, altes Haus! Wir sind dann jetzt da…

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Mitte Februar ist es so weit: Die Übergabe. Ehrfürchtiges, scheues Umsehen. Versuchen, jedes Eckerl kennenzulernen. Das wird noch eine Weile dauern, bis es soweit ist, denn wir ahnen noch nicht, wieviele Ecken es hier gibt.

Bewaffnet mit Eimern, Lappen, Essigessenz und dem Putzarsenal eines halben Baumarkts wienern und schrubben wir uns durch die Zimmer. Der Staubsauger schnorchelt sich verzweifelt durch die Mischung aus Spinnweben, Wollmäusen und Hundehaar. Vorläufig riecht es nur nach “feuchter Hund”, aber noch nicht wie “zu Hause”.

Der erste offizielle Besuch: ein Statiker. Er soll berechnen, an welcher Stelle wir gefahrlos diverse Wände niederreißen können. Mein Respekt für alle, die das berechnen können.

Ansonsten: heute nur Küche und Bad halbwegs in Form gebracht, die ersten Töpfe, Gabeln und Gläser in die Schränke geräumt. Und weil wir schrecklich neugierig sind, was sich darunter befindet: einen Teppich aus dem künftigen Arbeitszimmer gerupft. Darunter erst einmal nur Spanplatten. Das Abenteuer beginnt….